Europa-Union


MEP Koch zur EU KlimapolitikAm 20. März folgte der Europaabgeordnete Dr. Dieter-Lebrecht Koch (EEP) der Einladung der Europa-Union Thüringens und sprach in der Kleinen Synagoge in Erfurt über die Klimapolitik der Europäischen Union.

2008 war ein gutes Jahr für die Europäische Union. Selten habe sich der Staatenbund so einheitlich handelnd präsentiert. Koch lobte das gemeinsame Vorgehen der EU Staaten im Georgien-Konflikt, beim Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine sowie in der gemeinsamen Energiepolitik. Auch bei der in 2009 alles dominierenden globalen Finanzkrise zeige die EU ihre Fähigkeit zum gemeinsamen Handeln.

Dr. Koch appellierte an alle Thüringer ihre Stimme bei der Europawahl am 7. Juni 2009 wahrzunehmen. Von der Gesamtzahl der Thüringer Stimmen hinge es ab, ob 2 oder bis zu 5 Thüringer Kandidaten in das Europäische Parlament einziehen würden.

Einen Schwerpunkt seiner Rede setzte Herr Koch auf die europäischen Maßnahmen zur Reduzierung des weltweiten Klimawandels. Koch selbst hat im Ausschuss des Europäischen Parlaments zum Klimawandel mitgearbeitet.

Hierbei erläutert er die aktuellen Diskussionen der EU Verkehrspolitik, zum CO2 Handel oder über Biokraftstoffe. Er betont dabei, dass es wichtig sei zwischen den Kosten einer Maßnahme und den tatsächlichen Nutzen abzuwägen.

So würden in der EU viel ‘klein klein’ betrieben, um die Klimabilanz zu verbessern und gleichzeitig Milliarden an Kosten verursacht. Da es sich beim Klimawandel jedoch um ein globales Phänomen handele, müssten Politikansätze dieses auch berücksichtigen.

So könne man mit umweltfördernden Maßnahmen in China mit weniger finanziellem Aufwand deutlich mehr gegen den weltweiten Klimawandel tun. Herr Koch gab jedoch zu, dass ein solcher globaler Ansatz europäischer Politik den Wählern schwer zu vermitteln sei.

Auf einem Wiki-Portal haben die Europa-Union Deutschland und die JEF Deutschland aktuelle Informationen rund um die Europa-Wahl in Deutschland zusammengestellt.

Hier finden sich informationen zu allen deutschen Kandidaten, zu den Wahlprogrammen der Parteien sowie zu den überparteilichen Kampagnen von EUD und JEF.

Das Portal ist als kollaboratives Projekt angelegt. Sein Erfolg hängt von der aktiven Mitarbeit aller Interessierten ab. Jeder kann sich selbstständig einloggen und Informationen zur Europa-Wahl aktualisieren und hinzufügen.

Schwer gezeichnet von der globalen Finanzkrise scheint Island um den Beitritt in die Europäische Union ersuchen zu wollen. Die isländische Außenministerin sprach sich für einen raschen Beitrittsantrag schon im Frühjahr 2009 aus und die isländische Unabhängigkeitspartei, die eine EU-Mitgliedschaft bisher ablehnte, will neu beraten. [Financial Times] EU Beitrittskommissar Rehn zeigte sich positiv gegenüber den isländischen Plänen und kündigte an, dass ein Beitritt zusammen mit Kroatien möglich wäre. [EurActiv]

Ein EU Beitritt Islands hätte Folgen für die Stabilität des Europäischen Wirtschaftsraums (EEC). Als Mitglied des EEC hatte Island bisher die Pflicht die EU Gesetzgebung zu übernehmen, war jedoch nicht direkt am Gesetzgebungsverfahren beteiligt. Gleichzeitig konnte es von der Freizügigkeit für Waren und Personen profitieren. Das schweizer Nachrichten Portal bazonline schreibt weiter, dass ein solcher Schritt auch andere EU-Nichtmitglieder wie Norwegen und die Schweiz zu erneuten Überlegungen zu einem EU-Beitritt bewegen könnte. Das Portal schreibt weiter, dass für die EU ein Beitritt vor allem aufgrund Islands Nähe zum arktischen Raum bedeutsam wäre, wo enorme Erdölvorkommen vermutet werden.

Weitere Informationen sind auf dem Blog “EU News from Iceland” erhältlich.

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Am letzten Wochenende nahm ich an der Jahreshauptversammlung der ‘Union Europäischer Föderalisten’ (UEF ) in Paris teil. Die UEF ist der Dachverband von 20 europäischen Organisationen, die sich für ein demokratisches und föderales Europa einsetzen.

Die ‘Union Europäischer Föderalisten’ wurde kurz nach dem 2. Weltkrieg gegründet. Ihre Mitglieder setzten sich für die Schaffung einer europäischen Föderation ein, die auf dem Grundprinzip ‚Einigkeit in Vielfalt‘ beruhen sollte. Die Teilung Europas, die zu so viel Leid und Zerstörung geführt hatte, sollte endlich überwunden werden.

50 Jahre später sieht sich Europa neuen globalen Herausforderungen gegenüber. Hierzu zählen Probleme im Zusammenhang mit Migration, Sicherheit und Klimawandel sowie die jüngst diskutieren Fragen europäischer Energiesicherheit oder die weltweite Finanzkrise. Die Idee, die europäischen Entscheidungsmechanismen durch die Schaffungen eines föderalen europäischen Regierungssystems zu stärken, ist deshalb bedeutender als jemals zuvor.

Europas Außen- und Sicherheitspolitik

Virgilio Dastoli (Direktor der Kommissionsvertretung in Italien) stellte in seinem Eingangsreferat in der UEF Kommission für „Europäische Außenpolitik, Energiesicherheit und Migration“ fest, dass die neuen globalen Herausforderungen einzelstaatliche Lösungen per se ausschließen. Es gehe nicht mehr um nationale oder europäische Souveränität. Handlungsmacht wäre vielmehr nur auf europäischer Ebene gegeben, während einzelne Nationalstaaten im globalen Geschehen keinen effektiven Einfluss mehr ausüben könnten. Die Alternative wäre der Verlust jeglichen Einflusses auf die globalen Herausforderungen unserer Zeit.

Philipp Agathonos [Delegierter der österreichischen Regierung im Zivilen Krisenmanagement Ausschuss der EU] wies darauf hin, dass zum Beispiel der Migrationsdruck in Richtung Europa, vor allem aus Asien, aufgrund des Klimawandels erheblich zunehmen werde. Hier gäbe es nicht, wie zwischen Europa und Afrika, ein Meer als natürliche Barriere. Bisher würde das Problem jedoch nur durch die ‘Sicherheitsbrille’ gesehen. In Anbetracht des demografischen Wandels gäbe es keine Alternative zu Einwanderung. Dies mache einen gemeinsamen Ansatz für eine europäische Integrationspolitik erforderlich.

Resolutionen der UEF

Im Lichte dieser globalen Herausforderungen wurden auf der Jahreshauptversammlung der UEF zahlreiche Resolutionen im Bereich der Europäischen Außenpolitik diskutiert und beschlossen.
Unter anderem lag den Delegierten eine Resolution, für eine europäische Antwort auf die weltweite Ernährungskrise vor. Die Resolution unterstreicht die Bedeutung eines Rechts auf Nahrung im globalen Kampf gegen die Armut. Sie forderte eine stärkere europäische Unterstützung für die ‘Food and Agricultural Organization’ (FAO) der Vereinten Nationen. Die FAO wäre die einzige Instanz, die zu Fragen der Nahrungsmittelproduktion, des Agrarhandels sowie zu Forschung und Innovation die notwendigen weltweiten Lösungen anbieten könnte.

Des Weiteren setzte sich die UEF für die Unterstützung von regionalen Integrationsansätzen ein. Nur zusammengeschlossene Staaten hätten die Möglichkeit auf die globalen Herausforderungen zu reagieren. Gerade für marginalisierte Regionen in der ‚Dritten Welt‘ sei dies der einzige Weg einer Einflussnahme. Langfristig ist eine europäische Unterstützung anderer regionaler Zusammenschlüsse, wie sie zum Beispiel der Afrikanische Union, der asiatischen ASEAN oder der südamerikanischen Mercosur ein wichtiger Schritt zur Schaffung einer Weltregierung.

Wege aus der institutionellen Blockade

Zugegebener Maßen sind solche föderalen Ideen eher visionär – manche mögen sie sogar als utopisch bezeichnen. Ausgelöst durch das Scheitern des europäischen Verfassungsvertrages sowie des modifizierten Lissabonner Vertrages, befindet sich die Europäische Union in einer institutionellen Blockade aus der so schnell kein Weg herausführt.

Die Chancen für ein zweites irisches Referendum sind derzeit gering. Ohnehin ist es fraglich ob es zu einem anderen Ergebnis führen würde. Weiterhin sollte nicht vergessen werden, dass andere europakritische Staaten, darunter Tschechien und Großbritannien und jüngst auch Österreich noch nicht ratifiziert haben.

Es ist deshalb ratsam, nach Alternativen Ausschau zu halten. Die wesentlichen Bestandteile des Lissabonner Vertrages müssen gerettet werden, denn ohne sie liegt eine effektive Europäische Union in weiter Ferne und damit auch die Möglichkeit bei der Lösung weltweiter Probleme effektiv zu handeln. Unabhängig von einer tatsächlichen Umsetzung des Lissabonner Vertrages müssen die Änderungen im Bereich der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik schnellst möglich umgesetzt werden.

Hierzu müsste ein separater Vertrag angefertigt werden, welcher dann nur von den unterstützenden Mitgliedstaaten unterzeichnet werden könnte. Da tatsächlich die große Mehrheit der Mitgliedstaaten bereits ratifiziert haben, wären durch diese Lösung nur wenige ausgeschlossen, die EU aber insgesamt handlungsfähiger. Gleichzeitig bestände auch weiterhin die Möglichkeit, sich zu einem späteren Zeitpunkt an einer solchen engeren Zusammenarbeit zu beteiligen. Der Zwang zur Einstimmigkeit bei einer institutionellen Reform der Europäischen Union wäre hiermit überwunden.

Für ein demokratisches und föderales Europa

Es ist wichtig eine derartige Alternativlösung öffentlich zu diskutieren. Die vergangenen Referenden waren aus demokratischer Sicht bedenklich, da sie dem Bürgern keine wahre Alternative boten. Das zur Entscheidung stehende Modell wurde von den Regierungen als alleinige Lösung präsentiert. Einen Plan B gab es nicht beziehungsweise er bestand in einem erneutem Abstimmen bis das gewünschte Ergebnis erzielt werden würde. Dem Bürger eine Wahl ohne Auswahl anzubieten zeugte von mangelndem Respekt gegenüber seiner souveränen Entscheidung und raubte ihm die Möglichkeit mit seiner Stimme tatsächlich politischen Einfluss auszuüben.

Es ist fraglich, ob es Europa gelingen wird sein Einfluss in der Welt weiterhin gelten zu machen, wenn es nicht gelingt die Fähigkeit zur gemeinsamer Außenpolitik zu stärken. Andere aufstrebende Regionen und Nationen warten bereits darauf Europa abzulösen. Es ist an der Zeit für eine gemeinsame Kraftanstrengung auf dem Weg zu einer demokratischeren und föderalen Europäischen Union.

von Martin Behrens

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